Unternehmensbesuch beim Eggenfeldener Traditionsunternehmen – erneute Auszeichnung mit dem Umwelt + Klimapakt Bayern
Der direkte Kontakt zu den im Landkreis Rottal-Inn ansässigen Unternehmen ist Landrat Michael Fahmüller ein besonderes Anliegen. Daher führte in diesmal sein Weg nach Eggenfelden zu einem waschechten Familien-Traditionsbetrieb, nämlich zu Bäcker Bachmeier. Den Anlass dazu gab unter anderem auch die erneut erfolgreiche Teilnahme des Unternehmens am Umwelt + Klimapakt Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Bereits seit 2021 ist die Firma Teil dieser Initiative, die seit 30 Jahren Betriebe und Unternehmen dazu motivieren soll, betrieblichen Umweltschutz über das Maß der gesetzlichen Vorgaben hinaus umzusetzen.
„Seit jeher liegt uns der Klima- und Umweltschutz am Herzen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, eine grundlegende nachhaltige Entwicklung im Unternehmen umzusetzen. Bereits seit 2014 sind wir zum Beispiel mit unserem Energiemanagement nach ISO 50001 zertifiziert“, so Energiebeauftragter Franz Hausberger. So legt Bachmeier Wert auf den Einsatz regionaler Rohstoffe: „Da Qualität oberste Priorität hat, verwenden wir vorwiegend Produkte von regionalen Anbietern. Nebenbei vermeiden wir so lange Transportwege und schonen die Umwelt“, weiß Geschäftsführer Lorenz Bachmeier. Die Firma bezieht zum Beispiel Mehl aus der Gäubodenregion, Salz aus Bad Reichenhall oder Eier aus Massing. Apropos Transportwege: auch die Flotte wurde teilweise auf Elektromobilität umgestellt. Seit 2022 werden mit der eigenen Photovoltaikanlage rund 1,2 Million kWh produziert, die wiederum in den Eigenverbrauch fließen. Ein weiterer Aspekt, mit dem der betriebliche Umweltschutz umgesetzt wird, ist die Nutzung einer klimaneutralen Kälteanlage und die Umstellung auf CO2 als klimaneutrales Kältemittel. Damit einhergehend ist auch der Neubau des klimaneutralen Tiefkühllagers auf dem Firmengelände zu nennen, der ausschlaggebend für die erneute Auszeichnung mit dem Umwelt + Klimapakt Bayern war. „Diese neue Halle ermöglicht eine extrem kompakte Lagerung und man hat keinen Kälteverlust – energetisch gesehen ist die Halle auf dem modernsten Stand der Technologie und damit die aktuell effizienteste Lösung“, weiß Lorenz Bachmeier jun. Der Neubau soll im August dieses Jahres fertigstellt werden.
Bezugnehmend auf den Neubau des Tiefkühllagers lobte die Geschäftsführung die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit sowohl mit der Stadt Eggenfelden als auch mit dem Landratsamt Rottal-Inn. „Uns ist es wichtig, dass wir in jeglichen Bereichen stets am Puls der Zeit bleiben und nachhaltig investieren, sei es in die Anlagentechnik oder grundsätzlich in den Standort Eggenfelden. Uns ist bewusst, dass wir in der heimischen Wirtschaftslandschaft eine zentrale Rolle einnehmen.“ Auch Eggenfeldens Erster Bürgermeister Martin Biber betonte, dass die Firma Bachmeier einen ganz wichtigen Beitrag für die Wirtschaftskraft und Attraktivität der Gemeinde leistet, ist sie doch der größte Arbeitgeber in der Stadt. „Ich bin wirklich dankbar und stolz, dass wir ein solches Unternehmen hier vor Ort haben und auch halten können“, so Biber. Bei dem Termin tauschte man sich auch über die aktuelle politisch-wirtschaftliche Situation aus, z. B. über bürokratische Hürden, die Herausforderungen aufgrund der hohen Energiepreise und über die Preiskämpfe, die zu führen sind. „Seit Corona sind vielerlei Prozesse extrem schwer planbar geworden. Verträge werden nur für ein Jahr gemacht, Ausschreibungen finden jährlich statt und auch der Rohstoffmarkt ist äußerst volatil. All das macht den Markt extrem hart umkämpft“, so Geschäftsführer Christian Bachmeier.
Dass bei einer Bäckerei dieser Größenordnung und trotz modernster Produktionsanlagen das Handwerk nach wie vor unabdingbar ist, davon durften sich Landrat Michael Fahmüller, Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber und Martin Siebenmorgen, Wirtschaftsförderer am Landratsamt Rottal-Inn im Anschluss selbst überzeugen. Bei einer kurzen Betriebsbesichtigung ging es auch in die Backstube, wo schnell deutlich wurde, dass vom Torten einstreichen bis hin zum Zuckerbrezen-Drehen Handarbeit extrem wichtig ist. Nach einer kurzen Einweisung von Geschäftsführer Lorenz Bachmeier durften sich der Landrat und der Bürgermeister sogar im Rundwirken eines Brotes versuchen. Dieses Handwerk ging den beiden nicht ganz so leicht von der Hand: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, einen Laib Brot mit einer Hand zu formen. Da kommt´s wirklich auf die richtige Technik und Erfahrung an“, so Biber schmunzelnd. Und auch der Landrat war sich sicher, dass man dieses Handwerk lieber den gelernten Bäckerinnen und Bäckern überlässt. „Und dass die ihr Handwerk beherrschen, das sieht und schmeckt man auch bei den qualitativ hochwertigen Produkten in Ihren Bäckerei-Filialen“, so Fahmüller in die Runde.
Zum Ende des Besuchs freute sich der Landrat, die Urkunde und Plakette überreichen zu dürfen. „Diese Auszeichnung ist mehr als verdient, denn Sie nehmen ganz aktiv Rücksicht auf die Belange von Umwelt und Natur und das verlangt in einer Zeit, in der der Klimawandel eine, wenn nicht die größte Herausforderung unserer Tage ist, auf jeden Fall Respekt und Anerkennung. Vielen Dank also für Ihr konsequent nachhaltiges, umweltverträgliches Wirtschaften und natürlich auch dafür, dass Sie damit einhergehend bereit sind, eine Vorbildrolle für andere Firmen zu übernehmen“, so der Landrat. „Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die interessanten Einblicke in Ihren Betrieb!“
Bild: Landrat Michael Fahmüller durfte erneut die Urkunde Umwelt + Klimapakt Bayern an die Firma Bäcker Bachmeier aus Eggenfelden überreichen. Darüber freute sich die Geschäftsleitung um Lorenz (2.v.r.) und Christian (3.v.l.) Bachmeier mit Lorenz Bachmeier jun. (3.v.r.) und Franz Hausberger (r.), sowie Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber (2.v.l.) und Martin Siebenmorgen, Wirtschaftsförderer am Landratsamt Rottal-Inn (l.).