07.05.2024 - Einweihung der Betty-Greif-Schule in Simbach am Inn

Einweihung „eines der modernsten Förderzentren Bayerns“ 

Es sei eines der mit Abstand modernsten Förderzentren Bayerns – und zwar aus funktionellen und ökologischen Gesichtspunkten. So lobte Landrat Michael Fahmüller die neue Betty-Greif-Schule in Obersimbach bei der offiziellen Einweihung.

Im Sommer 2022 war Spatenstich, im Dezember 2023 konnte der Schulbetrieb aufgenommen werden – und jetzt wurde die neue Betty-Greif-Schule in Obersimbach offiziell eingeweiht. Nötig war der Bau geworden, weil am alten Standort der Schule in der Maria-Ward-Straße der Brandschutz nicht mehr gewährleistet war, das Gebäude nicht mehr betreten werden durfte. Zwischenzeitlich war der Simbacher Standort des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Pfarrkirchen in der Realschule untergebracht.

 

Gestaltet wurde die Feier als „Schultag“

Für den Ablauf der Einweihung hatte sich die Leitung der Betty-Greif-Schule etwas Besonderes einfallen lassen. Gestaltet wurde die Feier als „Schultag“. Nachdem die Trommelgruppe der Schule alle Gäste willkommen geheißen hatte, startete die Inszenierung: „Einen schönen guten Morgen“, wünschte Konrektorin Elke Scherling, „es freut mich, dass die Klasse voll ist.“ Eine zu spät gekommene „Schülerin“ gab es dann aber doch, gespielt von Schulleiterin Susanne Prinz-Fuest mit Schulranzen am Rücken.

Sie sollte allerdings an diesem besonderen „Unterrichtstag“ nicht die einzige bleiben, die nicht pünktlich war. Tatsächlich gab es nämlich auch zwei nicht gespielte „Zu-spät-Kommer“: MdL Werner Schießl (zehn Minuten nach „Unterrichtsbeginn“) und MdL Mia Goller (17 Minuten). „Die sind ja noch später als ich da“, meinte Prinz-Fuest mit einem Schmunzeln.

Danach ging’s mit den einzelnen Fächern weiter. Als erstes stand Deutsch am Stundenplan, wie stv. Schulleiterin Ingrid Steinhauser den Anwesenden erklärte. Drei Schüler der Betty-Greif-Schule zeigten dabei, wie in der Fördereinrichtung das Lesen gelernt wird: nämlich mit Handzeichen, die jeweils für einen Buchstaben stehen. So kann man sich diese einfacher merken.

 

Funktionell und ökologisch

Nach der „Deutschstunde“ war dann Landrat Michael Fahmüller als „Hausherr“, weil die Betty-Greif-Schule eine Landkreis-Schule ist, mit seinem Grußwort dran, in dem er auch näher auf den Bau der Schule einging. Mit dem Neubau der Außenstelle in Simbach seien neue Maßstäbe gesetzt worden. „Es freut mich, dass die Betty-Greif-Schule am Standort in Simbach und dem bereits umgebauten Förderzentrum des Haupthauses in Pfarrkirchen eines der mit Abstand modernsten Förderzentren Bayerns bildet – und zwar aus funktionellen und ökologischen Gesichtspunkten“, so Fahmüller.

 

Platz für 75 Kinder

Für den Bau in Holzmassivbauweise seien 650 Kubikmeter Holz verwendet worden. „Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, die Klassenzimmer sind mit dezentralen Lüftungsgeräten ausgestattet“, erläuterte der Landrat. Und weiter: „Insgesamt umfasst das Schulgebäude fünf Klassenzimmer sowie zwei Räume für die offene Ganztagsschule, einen Werkraum, eine Küche und einen IT-Saal für insgesamt maximal 75 Kinder. Den Lehrern stehen hochmoderne digitale Tafeln zur Verfügung. Im Außenbereich gibt es ein Klettergerüst, eine Boulderwand und eine Tartanbahn.“

 

„Betty-Greif-Schule ist nahezu autark“

Geheizt werde über das Fernwärmesystem der Stadt, außerdem gebe es eine 10.000 Liter fassende Wasserzisterne, über die die Grünanlagen des Schulgeländes versorgt werden. „Damit ist die Betty-Greif-Schule nahezu autark, lediglich für die Frischwasserversorgung muss auf das öffentliche Netz zurückgegriffen werden“, so Fahmüller, der auch noch ausführte, dass das Bauwerk zukunftssicher sei, weil man es problemlos aufstocken könne.

 

Kosten: rund 6,4 Millionen Euro insgesamt

Gekostet habe der Neubau rund 6,4 Millionen Euro, wobei der Großteil aus Fördertöpfen finanziert worden sei. „Der Landkreis musste für das Projekt lediglich rund 2,8 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufwenden.“ Die Kinder hätten ihm gesagt, dass sie sich sehr, sehr wohl fühlen in dem neuen Schulgebäude.

Zum Schluss bedankte sich der Landrat noch bei MdL Martin Wagle, dafür, dass er sich „für die Realisierung und Förderung stark gemacht hat“. Dann ergriff dieser das Wort. „Es ist ein wirklich tolles Projekt, das wir heute einweihen dürfen, ein Ort mit Wohlfühlatmosphäre“, so Wagle.

Als nächstes am „Stundenplan“: „Mathe“, gefolgt vom „Musik-Unterricht““, in dem gesungen wurde. Amon Volat, Schülersprecher des Haupthauses in Pfarrkirchen, überbrachte seinen Gruß aus der Kreisstadt – und ein Geschenk: ein Stempelbild, das einen Baum zeigt, unter dem „Gemeinsam wachsen“ steht. In der „BLO-Stunde“ – also Berufs- und Lebensorientierung – erzählten Schüler, wo sie überall Praktika gemacht haben und was sie mal werden wollen.

 

Alte Schule wegen Brandschutz-Mängel geschlossen

Schulleiterin Susanne Prinz-Fuest und ihre Stellvertreterin Ingrid Steinhauser bedankten sich insbesondere bei Landrat Michael Fahmüller, der sich für den Erhalt des Standorts in Simbach eingesetzt habe, nachdem der alte wegen der Brandschutz-Mängel geschlossen werden musste. Sie berichteten von dem Tag, als sie morgens die Hiobs-Botschaft mitgeteilt bekommen hatten: Das war im Juli 2019. „Wir haben dann Unterricht im Freien gemacht, die Wochen bis Schuljahresende mit Ausflügen überbrückt.“ Man habe dann aber zum Glück schnell ein neues Interims-Zuhause gefunden – und zwar in den „Klassen-Containern“ der Realschule. „Ein herzliches Dankeschön dafür an Realschulleiter Alexander Leibelt.“ Dort war die Betty-Greif-Schule nun bis zur Fertigstellung des neuen Schulgebäudes untergebracht.

Bei der Einweihungsfeier stand die Segnung des neuen Schulgebäudes an. Stadtpfarrer Dekan Joachim Steinfeld und sein evangelischer Kollege, Pfarrer Christian Muschler, übernahmen das. Als Steinfeld mit seinem „Taschenaspergill“ (quasi ein mobiler Weihwasserspender) an den Landtagsabgeordneten vorbeiging, bekamen diese ein paar Spritzer mehr ab. „Der Politik kann’s nicht schaden“, meinte der Stadtpfarrer mit einem verschmitzten Lächeln.

 

Symbolischer Schlüssel aus altem Bauernhaus gefertigt

Auf die Segnung folgte die Schlüsselübergabe durch Architekt Michael Kremsreiter an Landrat Michael Fahmüller. Aus alten Brettern und einer Glasscheibe des Bauernhofes, der für den Bau der Schule hatte weichen müssen, hatte Kremsreiter einen „symbolischen Schlüssel“ fertigen lassen, den er überreichte.

Beendet wurde die Einweihung dann so, wie sie begonnen hatte: mit der Trommelgruppe der Schule. Anschließend konnten sich die Gäste das neue Schulgebäude anschauen. Darunter auch: die Bürgermeister der Inntal-Gemeinden, die Leiter der anderen Simbacher Schulen, Vertreter von Polizei und Landratsamt, Stadt Simbach, der am Bau beteiligten Firmen und der regionalen Banken.
 

Quelle: PNP vom 07.05.2024; Armin Bach 

 

 

Bild: „Hausherr“ Landrat Michael Fahmüller (5.v.re.) mit dem „symbolischen Schlüssel“ in Händen und Schulleiterin Susanne Prinz-Fuest (6.v.re.) mit Simbachs 2. Bürgermeister Dr. Bernhard Großwieser (v.li.), Simbachs Schülersprecher Kevin Prediger, MdL Mia Goller, MdL Werner Schießl, MdL Martin Wagle, stv. Schulleiterin Ingrid Steinhauser, Architekt Michael Kremsreiter, Wolfgang Kölnberger (Sachgebietsleiter Förderungen bei der Regierung von Niederbayern), Franz Schneider (Bereichsleiter Schulen bei der Regierung von Niederbayern) und Konrektorin Elke Scherling. 

Bildnachweis: Landratsamt Rottal-Inn